Die zehn Steine des Königs
Vor langer, langer Zeit trafen sich zwei Könige, die eng befreundet waren.
„Warum gibt es so viel Wohlstand und Reichtum in deinem Königreich?, Warum geht es dir so gut? Warum bist du über jeden Moment deines Lebens erhaben?“ fragte der eine König seinen Freund.
„Das ist ein Geheimnis.“
„Würdest du es mir verraten?“
„Es ist das Geheimnis der 10 Steine.“
„10 Steine?“
Der König griff in seine Manteltasche und zeigte seinem Freund einen Lederbeutel mit zehn Edelsteinen.
„Solche Edelsteine besitze ich auch. Was ist an diesen so besonders?“
„Sie erinnern mich daran, zu jeder Situation ein absolutes „JA“ zu sagen. Ich verspüre keinen Wunsch, woanders zu sein oder etwas anderes zu tun. Jede Situation ist genau die, die ich will. Es spielt keine Rolle, ob die Situation fröhlich, traurig, schwierig, leicht, ernsthaft oder humorvoll ist.“ „Und wieso zehn Steine?“
„Diese zehn Steine sind symbolisch für die 100 % Energie, die ich für jeden Moment des Lebens zur Verfügung habe. Manche tun ihre Arbeit und in ihren Gedanken stellen sie sich vor, wie schön es wäre, auf der Jagd zu sein, mit Freunden zu speisen oder ähnlich Vergnügliches zu tun. Doch sie sind nicht richtig bei ihrer Arbeit und auf der Jagd sind sie auch nicht. Oder sie sind auf der Jagd und denken an ihre Arbeit. Sie sind nie mit allen zehn Steinen dort, wo sie jetzt gerade sind.“
„Und was ist mit Situationen, die dich wütend, ärgerlich oder auch traurig machen ?“
„Ich habe die Wahl, die Situation zu ändern oder sie mit zehn Steinen anzunehmen. Wenn du die Situation nicht ändern kannst, kannst du deine ganze Energie auf das „Was wäre wenn ....“ einsetzen. Du kannst dich auch stundenlang darüber ärgern. Du bist aber nicht verpflichtet dazu. Es verschwendet nur Kraft oder, wenn du es salopp ausdrücken willst: es ist doch bescheuert, sich mit negativer Energie aufzuhalten. Was jetzt nicht zu ändern ist, ist auch jetzt kein Problem. Wenn es zu ändern ist, dann tue es auch! Du selbst bist der Herrscher über deine Wahrnehmungen und Gefühle. Mehr gibt es darüber nicht zu sagen.“
Und er schenkte seinem Freund den Beutel mit den zehn Edelsteinen, denn er selbst hatte ihr Geheimnis bereits in seinem Herzen verinnerlicht. © Ralf Hungerland, Dezember 2001 Die Delphin-Strategie für „Neues Lernen“
Ich war neugierig geworden. „Wie schafft man es, einem Delphin diese herrlichen Sprünge beizubringen?“ „Delphine tun das von Natur aus“, antwortete der Trainer. Wenn ich einen jungen Delphin anlerne - so wie diesen hier – warte ich, bis er von selbst einen Sprung macht. Dann lobe ich ihn und gebe ihm einen Fisch. Am nächsten Tag wiederholt er diesen Sprung. Ich lobe ihn und er bekommt einen Fisch. Am dritten Tag zeigt er den gleichen Sprung. Diesmal gibt es kein Lob und keinen Fisch. Er wiederholt den Sprung ein- oder zweimal, aber es gibt keinen Fisch. Dann tut er irgend etwas anderes. Delphine sind sehr intelligent. Wenn das, was sie tun, nicht funktioniert, dann tun sie irgend etwas anderes. Sie haben eine hohe Flexibilität. Er probiert einen anderen – höheren, weiteren, kunstvolleren – Sprung. Ich lobe ihn, und er erhält einen Fisch. Und, dieses Spiel wiederholt sich. Der Delphin lernt immer weitere neue Dinge hinzu.“ Der junge Delphin schwamm zu seinem Trainer. Der Trainer streichelte ihn und gab ihm einen Fisch. „Warum bekommt dieser Delphin jetzt von Ihnen einen Fisch? „Um einen guten Kontakt zu ihm zu haben. Warum sollte er sonst all diese Dinge für mich tun?“ © Ralf Hungerland, Dezember 2002 Die Reise der Entdecker
Sie waren alle an diesem Ort zusammen gekommen. Irgendwie hatte sie der Ruf ereilt, sich auf diese Reise einzulassen. Sie kamen aus unterschiedlichen Richtungen und jeder hatte einen anderen Grund warum er jetzt nun hier stand. Doch den behielt jeder für sich – diesen wahren Grund. Es würde sich irgendwann schon ergeben, darüber zu sprechen. Zunächst reichte der Wunsch aus, sich auf dieses Abenteuer einzulassen. Einige hatten schon andere Reisen unternommen. Sie wussten, was alles passieren konnte. Für andere war es die erste Reise überhaupt. Man sagte ihnen, dass sie alle Fähigkeiten hätten, die sie für diese Reise brauchten. Woher konnten die das wissen ? Sie waren doch noch nie auf einem solchen Schiff gewesen. Sie würden sich zusammenraufen müssen, eine Gemeinschaft bilden, um dieses Abenteuer zu bestehen. Nach dieser Reise würden sie nicht mehr die sein, die sie vorher waren. Wollten sie das ?- Nachdem ihnen die Regeln an Bord erklärt worden waren, ging es los. Das Meer zeigte sich von seiner besten Seite. Es waren warme Sommertage, und die Arbeit an Bord war ging von leichter Hand. Das Schiff war stabil und alle Gerätschaften an Bord waren in tadellosem Zustand. Die Bordverpflegung war gut und reichhaltig – na ja manchmal zu reichhaltig. So ließ es sich gut auf dieser Reise leben. Die Grundtechniken, um das Schiff zu führen, wurden gelernt und gingen bald leicht von der Hand. Man lernte miteinander auszukommen – und mehr noch - man konnte dem anderen vertrauen. Jeder Mann / Jede Frau hatte besondere Stärken und Fähigkeiten. Die kleinen Schwächen, die jedem eigen waren nahm man liebevoll hin. Vielmehr,: auch diese zeichneten sie oder ihn gerade aus. Doch die Tage wurden nach einiger Zeit dunkler. Wind zog auf, der sich allmählich zu einem tobenden Sturm entwickelte. Doch jeder erlebte dies anders. Während einige die Grenzen ihrer Kräfte kennen lernten, behielten andere den Überblick, um sie auch durch diesen Sturm zu führen. In diesen Tagen und Nächten begegnete - jeder für sich – seiner Schattenseite, seinen persönlichen Schwächen. Insgeheim hatten sie es intuitiv gespürt – bereits vor der Reise, das dieser Moment kommen würde. Und es war gut so. Und es war gut, es auf dieser Reise zu tun. Mit dieser Mannschaft, mit diesem Schiff und unter der Führung derjenigen, die diese Reise schon öfter gemacht haben. Sie wussten, was kommen würde. Jetzt bewährte sich, was sie alle bis dahin gelernt hatten. Und was sie bei der Bewältigung dieser Aufgabe noch lernen. Unter guter Anleitung war die Lösung manchmal ganz einfach. Wenn man sie wusste. Doch für Viele war es die erste Erfahrung dieser Art. Und so wie der Sturm gekommen war, so ging er auch wieder. Die Sonne schien. Das Meer zeigte sich in seinen schönsten Farben. Es wurde abends viel gesungen. So einige entdeckten die Sängerin / den Sänger in sich. Wie so viele andere Fähigkeiten, die nur verloren gegangen waren – früher, lange vor der Reise. Warum war das nur so ? – Nicht so wichtig. Viel wichtiger, all das wieder entdeckt zu haben. – Es gab noch viele Hindernisse – große und kleine. Doch mit jeder Aufgabe, wuchsen die Fähigkeiten. Und schließlich lernten sie, dass danach immer wieder die Sonne scheinen und das Meer ruhig sein und sich in seinen schönsten Farben zeigen würde. Und schließlich wussten sie, dass diese Reise bald zu Ende geht. Noch einmal gab es eine letzte Aufgabe zu bestehen. Hier konnten sie alle Fähigkeiten anwenden, die sie gelernt hatten und entdecken, welche es noch zu entwickeln gibt. - Und auch das war gut so. Das Land kommt wieder in Sicht. Es ist das selbe Land, von dem sie gestartet sind. Aber es sieht irgendwie anders aus. Woran liegt das ? Hatten sie gelernt, mehr zu entdecken als vorher ? Sie sind nicht mehr die selben. Vieles hat sich „verändert“. Die Erfahrungen können sie nicht vergessen - sie werden ihnen neue Möglichkeiten eröffnen – ganz egal welche zukünftige Reise sie antreten werden. Vielleicht mit diesem Schiff ? Oder auch ganz andere Reisen. Sie sind nun zu „Entdecker“ geworden. Sie werden ihren Freunden, die zurück geblieben waren, von dieser Reise erzählen. Einige werden ihnen bewundernd zuhören. Andere werden nur mit dem Kopf schütteln und sie für verrückt erklären. Entdecker hatten es schon immer schwer, anderen ihre Entdeckungen begreiflich zu machen. Doch auch diesen Weg würden sie finden. Jede Frau / Jeder Mann auf ihre / seine persönliche Art und Weise. © Ralf Hungerland, Dezember 2004
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